Stephan VossISO (Information Security Officer)stephan.voss@stephan-voss.deLinkedIn
ISMS-GRC-WEBGOVERNANCE · RISK · COMPLIANCE · ASSURANCE
Risk

Cyber-Risikoszenarien

Vom Asset über Bedrohung und Angriffspfad zur bewussten Risikoentscheidung.

LERNHILFE · RISIKOSZENARIO

Ein Risiko braucht mehr als ein Schlagwort

NIST IR 8286A Rev. 1 beschreibt Cyber-Risikoszenarien im Zusammenhang von Bedrohungen und Schwachstellen, betroffenen Unternehmens-Assets sowie Wahrscheinlichkeit (Likelihood) und Auswirkung (Impact). Daraus lässt sich eine einfache Schreib- und Denkhilfe ableiten.

Asset / Geschäftsbezug+Threat Event+Schwachstelle / Voraussetzung→Auswirkung→Wahrscheinlichkeit & Auswirkung

Beispiel: Nicht „Ransomware“, sondern ein bewertbares Szenario

„Ein kompromittiertes Administratorkonto ermöglicht Zugriff auf die Backup-Infrastruktur. Erreichbare Sicherungen werden manipuliert oder gelöscht. Dadurch kann die Wiederherstellung einer wichtigen Geschäftsleistung wesentlich verzögert werden.“ Jetzt lassen sich betroffene Assets, bestehende Controls, Wahrscheinlichkeit, Impact, Owner und Treatment konkret diskutieren.

Merksatz: „Ransomware“, „Phishing“ oder „Ausfall“ sind Themen. Ein Risikoszenario beschreibt, was unter welchen Bedingungen welchem für uns relevanten Objekt passieren kann und welche Geschäftsauswirkung daraus entsteht.

Vertiefung: NIST IR 8286A Rev. 1 – Identifying and Estimating Cybersecurity Risk for Enterprise Risk Management (ERM).

CYBER-RISIKO

Szenarien statt abstrakter Listen

Ein gutes Cyber-Risikoszenario verbindet den betroffenen Geschäftskontext mit einem plausiblen Angriffspfad und den bereits vorhandenen Controls.

01
Geschäftsleistung

Was muss funktionieren?

02
Asset

Welche digitale Ressource unterstützt die Leistung?

03
Bedrohung

Wer oder was kann das Asset beeinträchtigen?

04
Angriffspfad

Wie könnte der Angriff praktisch erfolgen?

05
Auswirkung

Was bedeutet Erfolg des Angriffs für das Geschäft?

06
Controls

Was verhindert, erkennt oder begrenzt das Szenario?

07
Restrisiko

Welche Unsicherheit bleibt und wer entscheidet darüber?

BEISPIEL

Kompromittiertes privilegiertes Konto

Nicht „Privileged Access Management (PAM) fehlt“ ist das Risiko. Das Risiko ist beispielsweise: Ein Angreifer übernimmt ein privilegiertes Konto, verändert kritische Systeme und beeinträchtigt eine Geschäftsleistung. PAM, Multi-Factor Authentication (MFA), Monitoring und Recovery sind mögliche Controls dagegen.